Spielstätten der Festspiele

Das Schützenhaus hat als Treffpunkt der Stadt Grabow eine große Tradition: Ein Vorgängerbau existierte bereits im 18. Jahrhundert, bis er wegen Einsturzgefahr abgerissen werden musste. 1847 beschloss die Zunft ein neues Schützenhaus zu bauen, das Dank großzügiger Gold- und Sachspenden der Grabower Bürger 1849 mit einem großen Fest eingeweiht wurde. Neben den Zusammenkünften der Zunft galt das Schützenhaus bereits damals als kulturelles Zentrum der Stadt. Immer wiederkehrende Konzerte im Pavillon des Parks sowie der sonntägliche Frühschoppen mit Blasmusik gehörten ebenso dazu wie Theateraufführungen und Bälle. 1902 wurde das Schützenhaus um einen Anbau erweitert und die vorhandene Substanz repariert. 1924 erfolgte der Anschluss von Wasserleitungen, Kanalisation und elektrischem Licht. Nachdem das Haus nach Beendigung des 2. Weltkrieges einige Jahre durch die Grenzpolizei sowie die Rote Armee genutzt wurde, gingen Gebäude und Park 1957 an die Stadt zurück. Mit städtischen Mitteln in Höhe von 150.000 Mark wurde das Haus renoviert und neu eingerichtet und am 27.04.1958 als Kulturhaus und kultureller Anziehungspunkt für die Grabower Bürger wieder eröffnet. Mit der Wiedervereinigung kam auch für das Kulturhaus die große Wende. 1993 wurde es geschlossen und drohte in Folge des Leerstandes und immer wiederkehrendem Vandalismus zu verfallen. Ende der 90er Jahre gründete sich ein Förderverein, der sich der Pflege und Erhaltung des Kulturhauses annahm. Versuche, das Haus zu verkaufen oder selbst zu sanieren scheiterten jedoch an der erforderlichen Finanzierung. Mit dem Jahr 2013 nahm sich die Stadtvertretung auf Initiative des neuen Bürgermeisters Stefan Sternberg erneut des Problems an. Dank einer modernen und zukunftsweisenden Projektidee und der Hartnäckigkeit der Grabower Kommunalpolitik konnten Fördergelder aquiriert werden, die die Sanierung des Hauses ermöglichten. Im September 2015 wurde es mit einem Konzert der Festspiele MV feierlich wiedereröffnet.