Spielstätten der Festspiele

1556 fiel Herzog Ulrich zu Mecklenburg die Güstrower Burg im Südosten der Stadt als Residenz zu. Im Sommer 1557 jedoch brannte ein großer Teil aus - für den Herzog Verpflichtung zu einer Modernisierung auf höchstem Niveau, die schließlich in einem Neubau endete. Dem gewachsenen Repräsentationsbedürfnis im 16. Jahrhundert wurde Rechnung getragen: In Güstrow entstand das bedeutendste Renaissancebauwerk des Landes. Ulrich beauftragte dafür den aus Oberitalien stammenden Franz Parr mit dem Entwurf und der Bauausführung. Noch vor Abschluss der Arbeiten verließ der Baumeister im Jahr 1567 Güstrow und ging nach Schweden. Der von ihm begonnene Südflügel zeigt bis heute deutlich eine unvollendete Form. Nach einem erneuten Brand 1587 übernahm der Niederländer Philipp Brandin bis zu seinem Tod 1594 den Neubau des nördlichen und östlichen Flügels. Sein Geselle Claus Midow beendete den Bau schließlich 1599. 1620 vollendete der Stuckateur Daniel Anckermann die reich mit Jagdszenen aus aller Welt geschmückte Stuckdecke im Festsaal – nunmehr im Auftrag von Ulrichs Nachfolger Johann Albrecht II. In den folgenden Jahrhunderten erlebte das Schloss eine wechselvolle Geschichte: Nachdem sich Wallenstein das Schloss während des Dreißigjährigen Krieges kurzzeitig als Residenz erkoren hatte, fiel es nach dem Aussterben der Güstrower Herzogslinie 1695 an das Schweriner Herzogshaus und war als Nebenresidenz alsbald einem langsamen Verfall ausgesetzt. 1795/96 wurden der baufällige Ost- und Teile des Nordflügels abgebrochen, bevor ab 1817 bis 1945 mit der Einrichtung eines Landarbeitshauses, einer Art Zuchthaus mit Zwangsarbeit, wieder eine regelmäßige Nutzung für den Bau gefunden wurde. In dieser Zeit gingen allerdings viele Teile der einstmals reichen Innenausstattung verloren. Erst 1963 entschloss man sich, den Bau umfangreich zu restaurieren und konnte 1972 erste Räume als Schlossmuseum wiedereröffnen. Nicht immer ging es dabei seriös zu: Entdecken Sie an der restaurierten Decke im Festsaal den "Paragrafen-Reiter" im Anzug und mit Aktentasche? Ausschließlich museal genutzt, lädt Schloss Güstrow als Teil des Staatlichen Museums Schwerin heute mit seiner Dauerausstellung, aber auch mit Sonderausstellungen und Konzerten immer wieder zu besonderen Kulturerlebnissen ein.

Konzerte der Spielstätte

Güstrow Pavillon Mittelalter: Sehnsucht Mittelalter
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