Spielstätten der Festspiele

© Andreas Klugeweb
Hagenow, Alte Synagoge
Hagenstraße 48 19230 Hagenow www.museum-hagenow.de

In der Stadt Hagenow befindet sich eines der wenigen noch erhaltenen Zeugnisse mecklenburgischer jüdischer Gemeindekultur. Das aus drei Gebäuden bestehende Anwesen der ehemaligen jüdischen Gemeinde (die 1828 erbaute Synagoge im Hof, das Vorderhaus mit Religionsschule, Lehrerwohnung und rituellem Bad (Mikwe) sowie die hofseitige Wagenremise mit Stall von 1881) waren in der Reichspogromnacht aufgrund ihrer Lage mitten im Stadtraum der Brandstiftung entgangen. Seit 1825 hatte es in Hagenow eine Israelitische Gemeinde gegeben und bis 1907 hatten in der Synagoge auch noch regelmäßig Gottesdienste stattgefunden. In den 1920er Jahren aber verlor die Gemeinde durch Wegzug zahlreiche Mitglieder, so dass der Unterhalt der Synagoge für die restlichen Gemeindemitglieder zu aufwendig wurde. Eine Umnutzung wurde diskutiert, aber der Nationalsozialismus kam dem zuvor. Nach Zwangsverkauf und mehrfachen Umbauten wurde die ehemalige Synagoge 1990 der Conference of Jewish Claims rückübertragen. Im Jahr 2001 erwarb die Stadt Hagenow den seit 1982 denkmalgeschützten Komplex. Mit Unterstützung der Landesregierung, dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, der ZEIT -Stiftung, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und privaten Spendern konnte die Restaurierung in Angriff genommen werden. Am 17. November 2006 wurde der fertig sanierte Wagenschauer übergeben. Die Alte Synagoge erfuhr durch das Konzert der Festspiele Mecklenburg–Vorpommern mit Daniel Hope und Alexander Ramirez am 5. September 2007 eine glanzvolle Eröffnung für die neue Nutzung. Anfang 2009 wurde schließlich auch das Schulhaus als letztes Gebäude des Ensembles fertig gestellt. Hier wurde eine Forschungs- und Informationsstelle für ehemals jüdisches Leben in Westmecklenburg eingerichtet. Der Saal der Synagoge bietet einen idealen Rahmen für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen.