Spielstätten der Festspiele

Der Bauherr des Schlosses von Ralswiek, der im Bergbau zu Vermögen gekommende Industrielle Hugo Sholto Oskar Georg Graf Douglas, entschloss sich 1891 während eines Besuchs auf Rügen zum Erwerb des Gutes Ralswiek, um sich auf der Anhöhe über der malerischen Bucht des Großen Jasmunder Boddens seinen Alterssitz errichten zu lassen. Das Konzept des Berliner Architekten G. Stroh sah einen zweigeschossigen turmbewehrten Prachtbau im Stil französischer Renaissanceschlösser an der Loire vor. Um das Schloss herum wurde nach 1894 die bereits bestehende Parkanlage zu einem Landschaftspark mit vielen dendrologischen Seltenheiten umgestaltet und erweitert einschließlich der großen Rasenflächen, die sich vom Schloss bis hin zum Großen Jasmunder Bodden erstrecken. Durch seine berufliche Tätigkeit lernte der Graf bereits Ende des 19. Jahrhunderts den belgischen Innenarchitekten Henry van de Velde (1863-1957) kennen, der die Vorlagen lieferte für die Gestaltung der großen Eingangshalle mit dem prächtigen Kamin, den aufwändigen Wandvertäfelungen und der repräsentativen Treppe zum Obergeschoss, den großen Salon mit der Wandtäfelung und den darin eingebauten Buffets, den Wandleuchten wie auch den eleganten Messingtürgriffen im heutigen "van de Velde-Raum". Bis zur Enteignung im Jahr 1946 blieb das Anwesen in Besitz der Familie Douglas. Nach der Bodenreform wurde das Schloss zunächst als Obdachlosenheim genutzt, später beherbergte es viele Jahre ein Altersheim. Bis in die 90er Jahre betrieb das Deutsche Rote Kreuz hier ein Behindertenheim. Nach mehrjährigem Leerstand erwarb die Kurimmobilien Raulff OHG das marode Gebäude. Zwischen 2000 und 2002 wurden umfassende Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Großen Wert legte Familie Raulff auf den Erhalt aller Details der Inneneinrichtung aus der Zeit um 1914. Heute zählt das Schloss zu den schönsten Hotels der Insel.