Spielstätten der Festspiele

Zarrentin, Kloster
Amtsstraße 3a 19246 Zarrentin

Über mangelnden Baugrund konnte man sich in der Zeit, als Klöster gegründet wurden, wahrlich noch nicht beschweren. Und so kommt es, dass die einstigen Herbergen der Nonnen und Mönche nicht selten an ausgesucht schönen Orten liegen, wovon wir noch heute profitieren. Zarrentin ist so ein Fall. 1246 stifteten Gräfin Audacia und ihr Sohn Gunzelin die Anlage als Zisterzienser-Nonnenkloster direkt am Ufer des Schaalsees. 1253 gab Papst Alexander IV. dem Kloster in einem Schutzbrief den Namen „Himmelpforte“. Ursprünglich bildete die Klosteranlage zusammen mit der Kirche ein geschlossenes Rechteck mit einem vierseitigen Kreuzgang um den Innenhof. 1552 erfolgte die Auflösung im Zuge der Reformation und die Gebäude des Süd- und Westflügels, 1576 als baufällig geschildert, wurden bald darauf abgerissen. Erhalten blieb bis heute der Ostflügel. Er diente im Laufe der Jahre als Amtsbrauerei, Sitz der Amtsverwaltung und des Amtsgerichtes, Hengstdepot und Jugendherberge, Kaserne der Roten Armee und der Grenzpolizei der DDR, letztlich als Wohnhaus und für kommunale Einrichtungen wie Kindergarten, Jugendklub, Stadtbibliothek und Heimatstube. 1991 gründete sich ein Bauverein, der 2003 endlich genügend Mittel für eine umfassende Restaurierung gesammelt hatte. 2006 schließlich konnte es, schön wie wohl lange nicht mehr und mit modernen Elementen stilvoll ergänzt, seiner neuen Bestimmung als politisches und kulturelles Zentrum der Stadt übergeben werden. Nun thront es also wieder hoch am Ufer des Schaalsees und kündet von den Zeiten, als sich hier noch die Nonnen am Blick auf den See erfreuten.