Bilanz: 68.000 Besucher in 124 Konzerten (11.09.2011)

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Festspiele MV beenden erfolgreich ihre 22. Saison
68.000 Besucher in 124 Konzerten an 83 Spielstätten

Mit ca. 68.000 Besuchern beendeten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern am 11. September 2011 erfolgreich ihre 22. Saison. An insgesamt 83 Spielstätten – von Kirchen und Klöstern über Schlösser und Scheunen bis zu Gutshäusern und Industriehallen – bescherten Klassikstars und herausragende Nachwuchskünstler Musikfreunden 124 hochkarätige Konzerterlebnisse.
Als „Preisträger in Residence“ prägte der chinesische Cellist Li-Wei Qin die Saison mit 19 Konzerten und lenkte z. B. mit dem jungen Hangzhou Philharmonic Orchestra und einem Abend mit traditioneller chinesischer Musik den Blick nach Asien. „Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, als musikalischer Botschafter das Programm mitzugestalten und gemeinsam mit großartigen Musikern aus aller Welt bei diesem wirklich internationalen Festival in so wunderschöner Umgebung aufzutreten“, so Li-Wei Qin. Als krönenden Abschluss spielt er heute mit dem Konzerthausorchester Berlin unter Michel Tabachnik vor der ausverkauften Konzertkirche in Neubrandenburg Edward Elgars Cellokonzert op. 85.
Besondere Höhepunkte der Festspielsaison waren die Auftritte von Klassik-Größen wie Sol Gabetta (Cello), den Klavierlegenden Martha Argerich und Lars Vogt sowie den Geigerinnen Hilary Hahn, Julia Fischer und Midori. Die traditionellen Preisträgerkonzerte und der Austausch mit amerikanischen Musikern vom Lincoln Center und der Carnegie Hall erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie die Themenreihen Künstlerstätten und Fokus Tanz. Ein Besuchermagnet war auch in diesem Jahr wieder das Kleine Fest im großen Park in Ludwigslust, das an zwei Tagen 16.000 kleine und große Kulturfans nach Ludwigslust lockte. Insgesamt 5.000 Menschen besuchten die beiden Pferde-Picknick-Sinfonie-Konzerte in Redefin – inzwischen schon eine Institution unter den Festspiel-Open-Airs – und erlebten das kurzweilige Gesprächskonzert „Wann darf ich klatschen“ mit Daniel Hope, Li-Wei Qin und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz oder das renommierte Kammerorchester St Martin in the Fields unter der Leitung des Pianisten Murray Perahia. Trotz des verregneten Sommers musste kein Festspielkonzert abgesagt werden. Bei einigen Open-Air-Veranstaltungen, wie z. B. in Klütz, Hasenwinkel und Fleesensee, führte das unbeständige Wetter allerdings zu deutlichen Besucherrückgängen. Insgesamt waren aber 90 von 124 Konzerten ausverkauft. Die durchschnittliche Auslastung der Veranstaltungen lag bei 84 Prozent.
Intendant Dr. Matthias von Hülsen freut sich, „dass das Publikum unsere Preisträger ebenso schätzt wie die ganz großen Stars. Das bestätigt uns, dass wir beim künstlerischen Nachwuchs den richtigen Riecher haben. Ebenso erfreulich ist, dass wir mit variierenden Themen – wie z. B. in diesem Jahr mit den Künstlerstätten als Spielorten und dem Fokus Tanz – die Neugier von unserem Stammpublikum anstacheln und neue Festspielfreunde dazu gewinnen konnten. Wir freuen uns schon jetzt, auch in der nächsten Saison gemeinsam mit dem Publikum ganz viel Unerhörtes zu entdecken!“
Der Künstlerische Direktor, Daniel Hope, fügt hinzu: „Die Welt zu Gast in Mecklenburg-Vorpommern! Das war auch in diesem Jahr wieder Programm – unter anderem durch die Residenz meines großartigen chinesischen Kollegen Li-Wei Qin und unseren erneuten Brückenschlag zur Musikelite aus New York. Die Lincoln Center- und Carnegie-Musiker freuen sich jetzt schon auf 2012 bei uns. Und wir werden den internationalen Austausch noch erweitern!“
Daniel Hope In seinem ersten Jahr als Künstlerischer Direktor der Festspiele MV hat Daniel Hope den Austausch zwischen den USA und Mecklenburg-Vorpommern intensiviert: Bereits zum zweiten Mal kamen auf seine Einladung Musiker aus New York von der Chamber Music Society des Lincoln Center und dem Ensemble ACJW (Academy of Carnegie Hall, The Juilliard School, and the Weill Music Institute) nach Mecklenburg-Vorpommern, um nach Probenwochen im Grand Hotel Heiligendamm gemeinsam mit Festspielpreisträgern umjubelte Konzerte zu geben – unter anderem mit der europäischen Erstaufführung von Neikrugs „Death Row Memoirs of an Extraterrestrial (A Comedy)” im Theater Stralsund, einer Auftragskomposition für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und das Savannah Music Festival. Mit den Musikern des Ensemble ACJW gestaltete Daniel Hope außerdem ein eindruckvolles Konzert im Schweriner Dom zum Gedenken an die Opfer der Anschläge vor zehn Jahren am 11. September 2001. Hopes ganz persönlicher Einladung folgten weitere Stars wie das Emerson String Quartet und der Starpianist Francesco Tristano. Außerdem präsentierte er junge Künstler aus Amerika wie den Geiger Chad Hoopes, den Pianisten George Li und das Berliner Ensemble Zeitkunst.
Der anhaltende Zuspruch des Publikums bestätigt die Preisträgerkonzerte als eine wichtige Säule im Festspielprogramm. So begeisterten unter anderem die frisch gebackenen Preisträger 2010 wie die Geigerin Vilde Frang (WEMAG-Solistenpreis), das Danish String Quartet (NORDMETALL-Ensemblepreis) und Publikumspreisträger Sebastian Küchler-Blessing (Orgel) die Besucher. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus der Festspielfamilie boten unter anderem die Auftritte von Christoph Eß (Horn), am Klavier Alice Sara Ott und Denys Proshayev oder den Ensembles Quatuor Ebène und Fauré Quartett. Beim Kammermusikfest der Preisträger in Hasenwinkel und Ulrichshusen musizierten auf Einladung von Li-Wei Qin unter anderem Julian Bliss (Klarinette), Alexej Gerassimez (Percussion) und das Sitkovetsky Piano Trio. Einen hochkarätigen Kammermusikabend bot das eingespielte Trio aus Viviane Hagner (Geige), Daniel Müller-Schott (Cello) und Jonathan Gilad (Klavier) im Schloss Ulrichshusen.
Und auch in diesem Jahr bewarben sich bei den 35 Konzerten der Jungen Elite insgesamt 10 Ensembles und 34 Solisten um die begehrten Festspielpreise. Wer die glücklichen Gewinner von WEMAG-Solisten-, NORDMETALL-Ensemble- und Publikumspreis sind, verkünden die Festspiele noch in diesem Jahr. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die junge Dirigentenelite: Mit dem Tschechen Jakub Hrůša beim Eröffnungskonzert, Cornelius Meister, der Mexikanerin Alondra de la Parra, David Afkham und Christoph Altstaedt gaben vielversprechende junge Vertreter ihres Fachs erfolgreich den Takt an. Noch mehr aufsteigende junge Musiker probten beim traditionellen Sommercampus der Hochschule für Musik und Theater Rostock, um anschließend mit Konzerten „on tour“ durch das Land zu gehen.
Im wahrsten Sinne des Wortes bewegte und bewegende Musik brachten im Rahmen des Fokus Tanz die Ballettschule von John Neumeier aus Hamburg, der Weltstar des Bandoneons Carel Kraayenhof und das Absolute Ensemble unter Kristjan Järvi mit „Absolut(e) Tango“ und die NDR Bigband mit Flamencoklängen auf die Bühne. In ihrer ersten Ballettproduktion präsentierten die Festspiele das BallettVorpommern mit einer Choreographie von Ralf Dörnen zu Schuberts „Der Tod und das Mädchen“.
Unter dem Motto Musik aus MV feierte die Neubrandenburger Philharmonie das 250-jährige Krönungsjubiläum der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz und die „Ludwigsluster Klassik“-Konzerte widmeten sich der Bedeutung von Frauen als Interpretinnen am Ludwigsluster Hof. Mit dem Landesjugend- und Landesjugendjazzorchester sowie der frisch gegründeten und gleich gefeierten „jungen norddeutschen philharmonie“ zeigte der regionale Nachwuchs, was das Land zu bieten hat.
Ob Kirche, Industriehalle, Schloss oder Scheune: Zum Flair der Festspiele trägt der Charme der unterschiedlichen Orte erheblich bei. Unter den 83 Spielstätten waren in diesem Jahr 13 Neuheiten zu entdecken, zum Beispiel die Kirchen in Fürstenhagen und Nossentin, die Scheune in Quitzin, der Lokschuppen in Pasewalk und nicht zuletzt einige Künstlerstätten: Bespielt wurden unter anderem die Wirkungsstätten von Schriftstellerlegenden wie z. B. Hans Fallada in Carwitz, aber auch die Ateliers von zeitgenössischen Künstlern wie Hans-Jürgen Syberberg in Nossendorf, Ton Matton in Wendorf, den Geschwistern Tucholski in Loitz und dem Knoefel in Mestlin. Percussion, Harfenklänge, Chansons, Ausstellungen und Installationen erinnerten einerseits an große Künstler der Vergangenheit und stellten andererseits das vorhandene, große künstlerische Potential in der Region vor. Die förderungswürdigste Spielstätte zeichnen die Festspiele und der Nordkurier im Herbst mit dem Nordkurier-Spielstättenpreis aus.
„Dieses vielfältige Programm konnten wir auch in der 22. Saison bieten, weil uns sehr engagierte Partner, Sponsoren, Freunde und Förderer unterstützt und maßgeblich zur Finanzierung beigetragen haben. Ihnen allen gilt mein ganz großer Dank“, so Intendant Matthias von Hülsen. Dazu zählen als Partner die Sparkassen-Finanzgruppe Mecklenburg-Vorpommern (Ostdeutscher Sparkassenverband, Ostdeutsche Sparkassenstiftung, einzelne Sparkassen und Verbundpartner NORD/LB, LBS, Provinzial und Deka) und die Hauptsponsoren AIDA – Das Clubschiff, arcona HOTELS & RESORTS, Mercedes-Benz und die WEMAG AG. Entscheidende Beiträge leisteten außerdem die NORDMETALL-Stiftung und die ZEIT-Stiftung. Darüber hinaus engagierten sich viele weitere regionale und überregionale Unternehmen als Konzertsponsoren. Mehr als 40 Hotels des Landes standen als Partnerhotels zur Verfügung. Wichtigste öffentliche Förderer sind das Land Mecklenburg-Vorpommern, verschiedene Landkreise, Städte und Kommunen sowie der Norddeutsche Rundfunk. Als Medienpartner unterstützen neben dem NDR die Ostsee-Zeitung, die Schweriner Volkszeitung und der Nordkurier die Festspiele MV.
Die 2010 gegründete Festspiele Mecklenburg-Vorpommern-Stiftung zählt inzwischen mehr als 90 Stifter und private Zustiftungen in Höhe von ca. 650.000 Euro, die vom Land noch einmal verdoppelt werden.
Und wie jedes Jahr heißt es: Nach der Saison ist vor der Saison. Vor der Tür stehen die Adventskonzerte, bei denen unter anderem Julian Steckel (Violoncello), Clemens von Ramin und Axel Hacke mit Musik und Literatur für vorweihnachtliche Stimmung im Schloss Ulrichshusen sorgen werden. Das Jahr 2012 läuten Mitglieder der Wiener Philharmoniker mit den Neujahrskonzerten am 7. und 8. Januar in Ulrichshusen ein. Bereits zwei Monate später, vom 16. bis zum 25. März, erobert der erste Festspielfrühling Rügen 2012 die Vorsaison. Im Auftrag der Festspiele gestaltet das Fauré-Quartett (Ensemble-Preisträger 2001) als künstlerische Leitung insgesamt 13 außergewöhnliche Kammermusik-Konzerte, die hochkarätige Künstler mit einem überwiegend romantischen Programm an die schönsten Spielorte der Insel bringen. Und auch die „Preisträgerin in Residence“ für die Hauptsaison steht bereits fest: Im Sommer 2012 wird die junge Geigerin Veronika Eberle den Festspielen ihre ganz persönliche Note verleihen. Im November 2011 wird das Vorprogramm und im Februar 2012 das Gesamtprogramm für das kommende Jahr veröffentlicht.
Karten und Programm für die Advents- und Neujahrskonzerte und den Festspielfrühling Rügen 2012 sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.