Spielstätten der Festspiele

Anklam, Nikolaikirche
Nikolaikirchstraße 7 17389 Anklam ikareum.de

Der Baubeginn für die St. Nikolaikirche Anklam liegt um 1280, fertiggestellt wurde die Kirche vermutlich 1498 nach Einbau des Chorgestühls. Errichtet wurde sie zu Ehren des Heiligen Nikolaus, Schutzpatron der Seefahrer, Fischer und Handelsleute. So war ihr an der Spitze eigentümlich gedrehter Turm ein Lotsenzeichen, das weit über das Haff zu sehen war. Am 25. Juni 1848 wurde in der Nikolaikirche der Flugpionier Otto Lilienthal getauft, dessen Geburtshaus sich in unmittelbarer Nähe der Kirche befand. 1945 brannte die Kirche infolge des Beschusses durch die deutsche Wehrmacht aus und war seitdem eine Ruine. Der dreiflügelige Altar ist trotz Auslagerung bis heute verschollen. Nur Teile des geschnitzten Chorgestühls, die Apostelglocke von 1450 und zwei Grabplatten sind erhalten geblieben. 1993 wurden erste Arbeiten zur Sicherung der wertvollen mittelalterlichen Freskenmalereien aufgenommen. Ein Förderkreis zur Rettung der vom Verfall akut bedrohten Kirche wurde im selben Jahr gegründet. 1995 folgte ein Notdach und im Sommer 1999 konnte die Ruine erstmals seit 1945 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 2004 übernahm die Stadt Anklam das Gebäude in ihre Zuständigkeit und baute 2010/11 ein Dach in der historischen Form. Der noch fehlende Turm und die weitere Nutzung der Kirche soll im Projekt IKAREUM realisiert werden - ein Erlebnisort, der den uralten Menschheitstraum vom Fliegen vielfältig thematisieren soll.