Spielstätten der Festspiele

 

Güstrow, Ernst-Barlach-Theater

Franz-Parr-Platz 8
18273 Güstrow
www.ernst-barlach-theater.de

Das Güstrower Theater ist der älteste erhalten gebliebene Theaterbau in Mecklenburg. Es wurde im Jahre 1828 nach Plänen des Schweriner Architekten Georg Adolph Demmler mit Spendengeldern der Güstrower Bürger erbaut. Die Stadt, in deren Eigentum das klassizistische Theatergebäude nach seiner Fertigstellung überging, stellte kostenlos den Bauplatz und das Baumaterial zur Verfügung. Nach einer extrem kurzen Bauzeit von einem halben Jahr wurde das neue Schauspielhaus am Sonntag, dem 12. Oktober 1828, durch das „Großherzogliche Theater“ aus Schwerin mit der ersten Vorstellung eröffnet. Aufgeführt wurde das Schauspiel „Hans Sachs“ von Johann Ludwig Deinhardstein. Nach der Eröffnung des neuen Schweriner Hoftheaters im Jahre 1835 gab es leider keine Gastspiele des „Großherzoglichen Theaters“ mehr in Güstrow. Das Haus wurde nun gelegentlich vom Rostocker Theater und von der Theaterfamilie Brede bespielt. 1839 bis 1853 erfolgte ein fester Anschluß an das Rostocker Theater. Es folgen Jahre unter wechselnden Direktoren und Kooperationen mit Wismar, bestritten mit einem kleinen Ensemble von jungen und oft wechselnden Schauspielern. Der Berühmteste unter ihnen war Hans Albers, der in den Jahren 1912/13 in Güstrow die Rollen der jugendlichen Liebhaber spielte. In den Jahren 1923/24 wurde das Theater zum Kino umgebaut. Erst Mitte der 20er Jahre wurde die Bühne als „Filiale des Rostocker Stadttheaters“ wieder in Betrieb genommen. In der Weltwirtschaftskrise 1931 wurde das Theater geschlossen. Die Stadt war aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage, den Vertrag mit dem Rostocker Theater zu erneuern. Theateraufführungen fanden im Hotel „Erbgroßherzog“ statt. 1938 erfolgte die Gründung einer „Mecklenburgischen Landesbühne“ mit Sitz in Güstrow. Im Theater fanden pro Monat vier bis fünf Vorstellungen statt. Am 01.09.1944 wurden alle Theater und Konzertsäle in Deutschland geschlossen. Im Güstrower Theater wurden zum Kriegsende Umsiedler untergebracht. Doch schon 1945 nahm das Güstrower Theater als erstes in Norddeutschland den Spielbetrieb wieder auf. Frühere Güstrower Schauspieler, Bühnenbildner und Techniker, die nach Schließung aller Theater 1944 in der Stadt geblieben oder jetzt zurückgekehrt waren, initierten die Gründung eines eigenen Ensembles. In den folgenden 18 Jahren entwickelte sich unter Leitung wechselnder Intendanten ein kleines Drei-Sparten-Ensemble mit maximal 175 Migliedern, welches dem Güstrower Publikum Schauspiele, Operetten und schließlich auch Opern, Ballett und Sinfoniekonzerte präsentierte. Auch die Niederdeutsche Bühne Güstrow leistete einen wesentlichen Beitrag zum Theaterleben in Güstrow. 1955 bis 1957 erfolgte ein Umbau des Bühnenhauses und des Zuschauerraumes. Die Zentralgarderobe wurde unter den Zuschauerraum verlegt. Die denkmalgeschützte Fassade wurde restauriert. Am 1. September 1957 wurde das rekonstruierte Theater neu eröffnet. Es erhielt auf Beschluß des Rates der Stadt den Namen „Ernst-Barlach-Theater“. 1963 aber wurde das Drei-Sparten-Theater in Güstrow, wie auch eine Reihe anderer kleiner Theater in der DDR (z.B. in Putbus und Wismar), aufgelöst. Es erfolgte ein Anschluß an das Volkstheater Rostock.  Dies war für das kleine Güstrower Theater zunächst ein Gewinn. Aber 1970 hörten die Konzerte des Philharmonischen Orchesters in Güstrow auf, und auch die Theatergastspiele aus Rostock wurden immer seltener. Seit 1976 ist das Ernst-Barlach-Theater ein Gastspieltheater in Trägerschaft des Landkreises. Der Spielplan bietet ein Theaterprogramm mit Sprech-, Musik- und Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater sowie Sinfoniekonzerten. Darüber hinaus wird ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen geboten wie  Konzerte aller Genres, Kleinkunst sowie Unterhaltungsveranstaltungen.

Konzerte der Spielstätte

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