Spielstätten der Festspiele

Bei der Nikolaikirche 1
18055 Rostock
www.nikolaikirche-rostock.de

Fällt Ihnen auf dem obenstehenden Bild etwas auf? Nichts? Dann schauen Sie sich einmal das Dach etwas genauer an. Richtig, was Sie da sehen, sind Balkons. Und die gehören zu den sich dahinter befindlichen Wohnungen im Dachstuhl. Diese Kirche hat einige Überraschungen zu bieten. Die Rostocker Nikolaikirche ist eine der ältesten Hallenkirche im Ostseeraum. Um 1230 begann der Bau. Im Jahre 1257 wurde St. Nikolai, die dem Schutzpatron der Fischer, Schiffer und Brauer geweiht ist, erstmals urkundlich erwähnt. 1312 erfolgte die Weihe. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden der Turm, ein Spitzdach, sowie der erhöhte Chor errichtet. Direkt unter dem Chor befindet sich noch heute der so genannte Schwibbogen, eine schmale und niedrige Straßendurchfahrt, darüber ein Bild vom heiligen Nikolaus. Am 8. Dezember 1703 stürzte der 132 Meter hohe Turm der Kirche durch einen Orkan ein. 1706 wurde er wieder aufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg aber wurde das gesamte Gebäude durch Brandbomben stark beschädigt: Der Turm und das Kirchenschiff brannten bis auf den Chor völlig aus. Nur ein kleiner Teil des Inventars konnte gerettet werden. 1974 wurde der Zusammenschluss der beiden Kirchengemeinden St. Petri und St. Nikolai und damit das Ende der Nutzung der Nikolaikirche durch eine eigene Gemeinde beschlossen. 1976 erfolgte dann die Rekonstruktion, der Auf- und Umbau des Turmes, des Kirchendaches und des Kirchenschiffes nach einem ungewöhnlichen Konzept. 1985 wurden zehn Etagen für kirchliche Ämter, die man bequem per Fahrstuhl erreichen kann, im Turm eingebaut. Das wiedererrichtete gotische Hallendach beherbergt drei Wohnetagen mit insgesamt 13 Wohnungen und fünf Gästezimmern. 1994 wurde die rekonstruierte Kirchenhalle wiedereröffnet. Jedoch ist die Nikolaikirche auch nach der Wiederherstellung keine Pfarrkirche im eigentlichen Sinne. Sie hat keine eigene Gemeinde und sonntägliche Gottesdienste, versteht sich aber als ein übergemeindliches, geistliches und kulturelles Zentrum der Stadt.