Spielstätten der Festspiele

Wismarsche Straße 144
19053 Schwerin

Das auffällige Haus direkt hinter dem Arsenal am Pfaffenteich, an dem noch heute die Schatten des Schriftzuges "Bibliothek" zu lesen sind, wurde einst als Klavierfabrik erbaut. Die Gebrüder Julius und Albert Perzina gründeten bereits 1871 eine solche Fabrik in Schwerin, aber wirtschaftlicher Erfolg und ein Brand in der alten Werkstatt machten 1905 den Bau eines großen Geschäfts- und Produktionskomplex durch Hofmaurermeister Ludwig Clewe notwendig. Im ersten Obergeschoss des gewaltigen Jugendstilbaus wurde dabei auch gleich ein im Stil des Empire gehaltener Konzert- und Vorführungssaal integriert. Insgesamt wurden in der Klavierfabrik über 30.000 Klaviere gebaut bis sie 1929 liquidiert wurde. In die Fabrikgebäude zieht eine Matratzen- und Polsterfabrik sowie eine Autolicht- und Zündwerkstatt. Ab 1933 drucken die Nazis hier den “Niederdeutschen Beobachter”, ab 1946 dann die SED die “Schweriner Volkszeitung”. Diese zieht 1982 aus und das Vorderhaus wird als Stadtbibliothek wiedereröffnet, u.a. mit dem originalgetreu wiederhergestellten Perzina-Saal als Lese- und Kultursaal. 2013 muss die Bibliothek aus statischen Gründen das Gebäude verlassen. Seitdem wird um eine Neunutzung gerungen.