
Koserow, Atelier Otto Niemeyer-Holstein
17459 Koserow (Usedom)
https://www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de/
In Lüttenort begegnen Sie dem Maler Otto Niemeyer-Holstein, als ob er nur gerade eben kurz aus der Tür raus wäre. Geboren 1896 in Kiel, muss Otto Niemeyer-Holstein als junger Mann mit an die Front, erleidet nach einem Nahkampf einen Zusammenbruch, kommt zu einem Genesungsaufenthalt in die Schweiz und beginnt hier zu malen und zu zeichnen. Studium und Ausstellungen folgen. Mitte der Zwanziger Jahre geht er nach Berlin. Dort lernt er Otto Manigk und Herbert Wegehaupt kennen. Ab 1931 beginnen seine Sommeraufenthalte auf Usedom in Kölpinsee und Neundorf – die Küstenlandschaft wird Hauptthema seines künstlerischen Schaffens. 1933 kauft Otto Niemeyer-Holstein zwischen Zempin und Koserow ein Stück Brachland: Lüttenort. Erstes Quartier ist ein ausgedienter Berliner S-Bahn-Gepäckwagen, der später Herzstück des Wohnhauses wird. Hier lebt Otto Niemeyer-Holstein bis 1945 zurückgezogen. Zu DDR-Zeiten bleibt Lüttenort ein Ort der Kunst: Junge Maler scharen sich um ihn und Ausstellungen finden statt. Bald spricht man von einer „Usedomer Schule“. Studienreisen schließen sich an. 1965 wird er Professor, 1969 Mitglied der Akademie der Künste. Durch Ausstellungen im In- und Ausland erhält er nationale und internationale Anerkennung und Beachtung. Als freier Geist kritisiert er die Niederschlagung des Prager Frühlings und kommt auch sonst öfter in Konflikt mit der DDR-Staatsmacht. Otto Niemeyer-Holstein stirbt am 20. Februar 1984 in Lüttenort und wird in Benz auf Usedom beigesetzt. Er vermacht, dass nach seinem Tod Lüttenort als „Ort der Begegnung“ so erhalten bleiben soll, wie es zu seinen Lebzeiten war. So kann man es noch heute besichtigen - mit einer unvollendeten Arbeit auf der Staffelei.
Mehr über die Spielstätte
Anfahrt
Zur Anfahrt nutzen Sie bitte nicht den Bahnübergang direkt am Atelierhaus, sondern fahren Sie weiter Richtung Koserow und biegen Sie dann rechts am ausgeschilderten Bahnübergang (Forsthaus Damerow) ab. Sie gelangen dann auf den Besucherparkplatz, der 500 m vom Atelier entfernt liegt.
